INTEGRATIONSHILFE

KLOSTERNEUBURG

NOVEMBER 2017

Seit dem letzten Info-Rundschreiben ist wieder viel Zeit zum verstrichen und es ist auch viel Tolles passiert. Höchste Zeit Euch zu informieren, es gibt viele Gründe zum Feiern.
 

FAMILIE SAIFI:

 
Ali hat seit September einen 40-Stundenjob bei einer Erdarbeitenfirma und es macht ihm sichtlich Spaß endlich wieder arbeiten zu dürfen. Massoma arbeitet regelmäßig beim SOMA-Markt. Die Kinder gehen in die Schule bzw. in den Kindergarten und entwickeln sich prächtig.

Durch Alis Arbeit hat sich die finanzielle Situation sehr entspannt. Ali kann die Miete selbst bezahlen und mit seinem Gehalt, der Aufstockung auf die Mindestsicherung und der Kinderbeihilfe geht sich ein bescheidenes Leben aus.


FAMILIE HAKIMI:


Die Hakimis sind jetzt über ein Jahr in Kierling und leben hier weitestgehend selbständig - durchaus mit sehr gutem Kontakt zu ihren Wohnungsgebern. Sie kümmern sich auch eigenständig um ihren Gartenanteil.

Rahela und Karim gehen regelmäßig mehrmals wöchentlich in Deutschkurse - Karim hat die A1-Prüfung abgelegt und bestanden.

Karim ist bei der freiwilligen Feuerwehr Kierling und wird auch von verschiedenen anderen Einrichtungen immer wieder geholt (Pfarre Kierling, Lionsflohmarkt)

Mariam geht seit Anfang dieses Jahres in den Kindergarten und ist sehr gut integriert und  spricht schon sehr gut Deutsch. Amir Ali ist ein wenig das Sorgenkind. Er leidet offensichtlich an einer Blutkrankheit, die aber auch im St. Anna Kinderspital noch nicht verifiziert werden konnte. Leider sind noch regelmäßige Krankenhausaufenthalte und Bluttransfusionen notwendig.

Aber nun zu den wichtigen Neuigkeiten: Bei ihrem letzten Gerichtstermin wurde der gesamten Familie der Asylstatus mündlich zugesagt. Jetzt warten sie auf den schriftlichen Asylbescheid.

In den nächsten Monaten beginnt ein komplizierter Lauf durch den Behördendschungel um die Umstellung von der Grundversorgung auf die Mindestsicherung und einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu erreichen. Ich gehe davon aus, dass das noch bis März dauern wird, dann sollte auch die Familie Hakimi auf eigenen Beinen stehen können.


ABDULLAH SEDIQI:

 

Unser Abdu hat gerade einen sehr guten Lauf: Im Sommer war er ehrenamtlich beim Alpenverein tätig. Im August hat er beim Roten Kreuz Klosterneuburg als Sanitäter begonnen, was ihm sehr viel Freude bereitet. Ganz aktuell macht er gerade seinen Pflichtschulabschluss. Bis jetzt sind seine Noten außergewöhnlich gut.

Nach der Schule wird er seine Tätigkeit beim Roten Kreuz intensivieren und an der B2-Deutschprüfung arbeiten. Im Herbst 2018 kann Abdu dann eine weiterführende Schule besuchen. Wir prüfen zur Zeit die Möglichkeit einer Ausbildung zum Krankenpfleger.

Aber es gibt auch einen Wehrmutstropfen: Abdu wartet noch immer auf seinen Gerichtstermin für das Asylverfahren.

 

JULI 2017

Neuigkeiten von den Saifis, Hakimis und vom Abdullah.

Jetzt wird es aber wirklich Zeit für einen neuen Lagebericht, denn in den letzten Wochen und Monaten ist viel passiert. Das ist auch der Grund, warum ich mich bei Euch/Ihnen so lange nicht gemeldet habe, ich wollte zuerst den Lauf der Dinge abwarten und nur von konkreten Ergebnisse berichten.

FAMILIE SAIFI:


Die größte Neuigkeit kommt von den Saifis, hat doch die gesamte Familie in Österreich Asyl erhalten. Ganz große Freude! Ich bin stolz und sehr froh, dass Österreich so liebenswürdige und fleißige neue Mitbürger bekommt.


Alle 5 Kinder haben sich sehr gut in der Schule bzw. im Kindergarten eingelebt, trotzdem werden die Ferien mit Sehnsucht erwartet.
 

Ali arbeitet jetzt intensiv an seinen Deutschkenntnissen um seine Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Ich hoffe, ich verrate jetzt nicht zu viel, es gibt bereits ein sehr konkretes und realistisches Angebot. Wir werden sehen, ob wir Ende des Sommers eine Erfolgsmeldung verlautbaren können.
Die finanzielle Lage von den Saifis wird sich jedenfalls bald entspannen, werden sie doch von der Grundsicherung zumindest in die Mindestsicherung wechseln. Und wie gesagt, Ali bemüht sich wirklich sehr um einen fixen Job.


FAMILIE HAKIMI:


Auch bei den Hakimis geht es ständig voran. Karim lernt fleißig Deutsch und wird bald A1 abschließen. Rahela kann mit den kleinen doch sehr betreuungsintensiven Kindern keinen Kurs besuchen und lernt deshalb privat Deutsch.  Der kleine Amir-Ali hat sich gesundheitlich stabilisiert, regelmäßige Spitalsbesuche sind aber nach wie vor notwendig. Miriam genießt die vielen Kinder im Kindergarten.

ABDULLAH SEDIQI: 

 

Abdu geht weiterhin brav in die Pflichtschule, die er voraussichtlich im Dezember abschließen wird.
Ende Mai hat er die Ausbildung zum Rettungssanitäter beim Klosterneuburger Roten Kreuz absolviert und fängt demnächst mit seinen ersten Diensten an.


Im Juli wird er ehrenamtlich eine Woche mit dem Alpenverein in Kärnten bei einer Umweltbaustelle mitarbeiten. Von seiner "Geländegängigkeit und Bergeignung" konnte ich mich selbst überzeugen, waren wir doch unlängst gemeinsam am Schneeberg.
 

Ich freue mich jedes Mal wenn wir uns sehen über seine liebenswürdige und freundliche Art und seinen Optimismus. Den hat er auch bitter nötig. Sein Asylantrag wurde nämlich in erster Instanz mit einer völlig unverständlichen Begründung abgelehnt.

NEUE PROJEKTE:


Das von Euch/Ihnen gespendete Geld kommt zu 100% den oben genannten Personen zugute. Hier möchte ich ein paar neue Projekte und Ideen vorstellen, die zwar auch bereits unterstützt werden, aber leider gnadenlos unterdotiert sind. Wir könnten da noch viel mehr erreichen.

DEUTSCHKURSE:


Die Grundversorgung ist für Asylwerber mehr als knapp bemessen. Wie man von 350,- im Monat leben und wohnen kann ist mir noch immer nicht ganz klar. Dass da kein Geld für einen Deutschkurs übrig bleibt ist verständlich. Wir bezahlen deshalb weiterhin Deutschkurse, sofern das möglich ist. In Wien kostet ein Deutschkurs bei einer VHS übrigens 90,-.

WOHNUNGEN:


Asylweber und Personen mit Asyl haben kaum eine Chance zu einer fairen Wohnung zu kommen. Kein Vermieter geht das Risiko ein und vermietet seine Wohnung ohne Sicherheiten. Wir haben in der Vergangenheit für AsylwerberInnen, die wir gut kennen und die vertrauenswürdig sind, die Garantien für die Mieten übernommen. Das hat bis jetzt sehr gut funktioniert und es war auch noch nie notwendig tatsächlich für die Miete bezahlen zu müssen.


HERBST 2016

Ein gelungenes Projekt zur Integration einer Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan wurde durch die gemeinsame Unterstützung mehrerer Privatpersonen in Klosterneuburg möglich.

Im Herbst 2015 kommt die Familie Saifi, Vater Ali, Mutter Massma, und die 5 Kinder, Mojda, Fatma, Abdulfas, Bahar und Abbas nach Klosterneuburg in die Magdeburgkaserne. Mojda ist Diabetikerin und aufgrund der Lebenssituation in der Kaserne kann eine entsprechende Blutzuckereinstellung nicht erfolgen, welche allerdings für ihre Gesundheit unbedingt notwendig ist. Es wird rasch klar, dass geordnete Wohnverhältnisse und die Möglichkeit selbst zu kochen benötigt werden. Eine eigene Wohnung für Asylwerber im Raum Klosterneuburg zu bekommen scheint unmöglich. Und dann passiert das Wunder.

In St. Andrä Wördern wird eine schöne Wohnung gefunden. Die Vermieter -Susanne und Herbert- entpuppen sich nicht nur als großzügig und entgegenkommend, sondern werden zu Freunden.
Doch auch ein sehr entgegenkommendes Mietangebot muss finanziert werden und da treten wir in Erscheinung. Gemeinsam spendet der Freundeskreis monatlich über €900,-. Mit diesem Geld bezahlen wir die Miete, Betriebskosten, Haushaltsversicherung, Energie und helfen bei den täglichen Lebenskosten. Kosten für die Vergebührung des Mietvertrags und für die Kaution werden aus Extraspenden finanziert.

Die Saifis haben sich inzwischen sehr gut eingelebt. Man hat den Eindruck, als ob die Saifis schon immer hier gelebt hätten, ein Eindruck, der durch den Osterschmuck und die vielen Blumen in der Wohnung und am Balkon verstärkt wird.
Die Kinder gehen in die Schule bzw. in den Kindergarten und lernen überraschend schnell Deutsch. Auch Massma und Ali sind fleißig beim Lernen, eine Unterhaltung auf Deutsch ist zwar mühsam aber bereits möglich.

Der Gesundheitszustand von Mojda hat sich dramatisch verbessert, ist aber noch nicht perfekt. Aber das werden wir auch noch hinkriegen, nicht zuletzt durch die Unterstützung von der mobilen Kinderkrankenschwester und vom AKH.

Durch das Engagement unserer Freunde in Klosterneuburg konnte vieles erreicht werden. Einer Familie wurde eine Wohnung ermöglicht, für eine bessere Gesundheitsversorgung für Mojda gesorgt, Hoffnung für die Zukunft gespendet, Ängste genommen, Integration gelebt und Freunde gewonnen. Viel besser kann man Geld eigentlich nicht anlegen, oder?

Ali hat Dank des Deutschkurses im Sommer an der Deutschakademie gute Fortschritte gemacht und unterhält sich jetzt mit seinen Landsleuten bei unseren regelmäßigen Treffen über deutsche Grammatik :-).
Die weiteren Aufbaukurse finden in Tulln statt, was die Fahrtkosten senkt.

In der Zwischenzeit hat Ali mit Freunden aus dem Wiener Deutschkurs in St. Andrä eine Fußballmannschaft gegründet, die regelmäßig zusammen spielt. Es ist eine Freude Ali so viel gesünder und entspannter zu erleben, als vor einem halben Jahr.

Massoma fällt das Deutsch lernen auf Grund ihrer fehlenden Alphabetisierung in der Muttersprache und ihrem großen Kinderanhang viel schwerer. Aber auch sie macht kleine Fortschritte und schreibt sich die persische Übersetzung der deutschen Worte in lateinischer Schrift auf!!! Jede Begegnung mit ihr ist eine Herzenswonne und meine Kinder schätzen ihre Kinder zum Spielen sehr.

Nach den Spielenachmittagen hier bei uns, ist die Wohnung von den Kindern in wenigen Minuten wieder in Ordnung gebracht, sowie meine Küche von Massoma.

Die Kinder haben den Sommer sehr genossen. Die Sonne, die Donau, das Schwimmen, die Ferienbetreuung, welche von Susanne organisiert worden ist, die Ausflüge und Einladungen und die vielen netten Menschen um sie herum. Alle sehen erholt und zufrieden aus, auch Mojda.

 

Unsere Treffen mit den afghanischen Familien hier in Klosterneuburg ist für alle immer ein wichtiger Austausch von Erlebtem.Sei es von den hiesigen Herausforderungen, wie Behördengänge, Interviews, kulturellen Anforderungen, etc. oder Vergangenes aus Afghanistan, was mit uns Deutsch Sprechenden nun einmal schwer austausch- und verarbeitbar ist. Auch das stärkt die Familie.

love & care

 

Verein zur Unterstützung von Hilfsbedürftigen

Standort

 

Haybergerstraße 4

A - 4400 Steyr

Kontakt

 

M: verein@loveandcare.at 

T: +43

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