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2022  meet Tonny und John

Mit Tonny und John möchten wir Ihnen gerne 2 jünge Männer vorstellen, die bei uns im Haus Mahali Salama leben und von Love & Care unterstützt werden. Tonny und John habe ich deswegen ausgewählt, da ich - wenn auch nur ansatzweise - erzählen möchte, unter welch widrigen Umständen  Kinder, die wir bei uns im Haus aufgenommen haben, aufgewachsen sind und die ohne Unterstützung von Paten niemals die Chance gehabt hätten, eine Schule zu besuchen.

Die Geschichten der beiden lassen sich unendlich wiederholen. Ich habe im Laufe der Jahre die Geschichten von über 200 Kindern erfasst und niedergeschrieben. Viele Kinder teilen ein ähnliches Schicksal und so höre ich wieder und wieder von Verwahrlosung, Gewalt, Leben auf der Straße, ein täglichlicher Überlebenskampf, Verzweiflung.

 

 

 



 


Mein Name ist Tonny Atwongire. Geboren in eine Familie als eines von 6 Kindern, aber mit unterschiedlichen Elternteilen. Aufgewachsen bin ich

in den Slums von Kibuli (Kampala) unter sehr schwierigen Verhältnissen. Ich war 2 Jahre alt, als sich meine Eltern trennten. Mein Vater startete

eine neue Beziehung mit einer anderen Frau und ich blieb bei meiner Mutter. Als ich 5 Jahre alt wurde, holte mich mein Vater zu sich, um mit

ihm und seiner neuen Frau zu leben. Für mich wurde es von da an noch schwieriger und ich landete auf der Straße. Um zu überleben, suchte ich nach leeren Plastikflaschen, die ich sammelte. Unterschlupf suchte und fand ich in der Zeit in halbfertigen Häusern, in Gräbenoder auf der Straße. Zugedeckt habe ich mich mit Papiertüten und morgens bin ich sehr, sehr früh aufgewacht und verschwunden, damit ich nicht von den Leuten entdekct wurde. Zusammen mit meinen Freunden von der Straße haben wir die Tage damit verbracht, nach Schrott zu suchen, damit wir etwas

zu essen bekamen. Insgesamt verbrachte ich auf diese weise 1 Jahr auf der Straße.
Eines Tages fand mich mein Vater, der nach mir gesucht hatte, wieder. Er konnte es gar nicht glauben, mich vor sich zu haben, so winzig,

schmutzig und elend sah ich aus. Er nahm mich mit zu sich, wusch und reinigte mich und am nächsten Morgen wurde ich von ihm ins Dorf meiner Mutter gebracht, wo ich die folgenden 2 Jahre lebte. Dann kam ein Anruf meiner Grußmutter, dass ich nach Kampala zurückkehren sollte, da

sie mir eine Patenschaft in einer Kulturtanzgruppe besorgen würde. Ich kam zurück nach Kampala und lebte während meines Engagements

bei der Tanzgruppe bei einer Frau, die ich bis heute als meine Mutter bezeichne. Das deshalb, weil sie immer für mich da war und mich wie ihren eigenen Sohn behandelt.
Über diese Tanzgruppe kam ich in Kontakt mit Love & Care, woduch ich eine Patenschaft bekam und seither regelmäßig zur Schule gehen

konnte. 2014 bin ich mit Love & Care nach Mpigi übersiedelt. Als ich hier ankam, versprach ich mir selbst, meine Ausbildung und mein Studium

an erste Stelle zu setzen, um meine Träume zu verwirklichen. Nach den schlimmen Erlebnissen meiner Kindheit  hat mich meine jugendliche

Phase gelehrt, dass ich in Zukunft ein anderer Mensch sein kann. Ich möchte meine Familie bei Mahali Salama und meine Mutter stolz machen. Darum steht meine Ausbildung für mich an erster Stelle. Dies wird mir helfen, meine Mission und Vision im Leben zu verwirklichen.

Tonny hat im Dezember 2022 die S6 abgeschlossen. Damit hat er sich die Hochschulreife erarbeitet. Mit August 2023 möchte er sein Studium in Kampala beginnen. Dies möchten wir ihm natürlich gerne ermöglichen und hoffen, dass er dafür auch die nötige finanzielle Unterstützung

gewährt bekommt.



 

 

 

 


 
 

 

 

 

 

 

 

John Asaba´s Eltern trennten sich, als er 5 Jahre alt war. Er wurde dann von seiner Mutter alleine aufgezogen. Der Vater starb, als er 7 Jahre alt

war. Sein Leben in einem kleinen Dorf außerhalb von Fort Portal war sehr hart. Sein älterer Bruder, der aus einer anderen Beziehung seines

Vaters stammte, versprach ihm, dass er ihm den Schulbesuch ermöglichen wird. Also zog John zu ihm in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Allerdings kam alles ganz anders. Kaum war es im Haus seines Stiefbruders, wurde er als Shamba-Junge eingesetzt und musste sich um Vieh

und Feld kümmern. Als er 11 Jahre alt war, konnte er dann mit Unterstützung seiner älteren Stiefschwester mit der Schule beginnen. Allerdings konnte er auch nur sproradisch zur Schule gehen, da das Geld für die Gebühren meist nicht reichte.
Durch einen Zufall lernte Love & Care die jüngeren Geschwister von John bei einem Fest nahe Fort Portal kennen. Als wir seine Schwester, den Bruder und die Mutter eingeladen hatten, nach Mpigi zu übersiedeln, holte die Mutter auch John ab und brachte ihn mit zu uns. Von ihm hatten

wir bis zu diesem Tag keine Ahnung.   
John war so glücklich darüber und so richtig froh wurde er, als er erfuhr, dass er eine Patin hat, die für seine Schulgebühren aufkommt. Er

versprach, sein Bestes zu geben, seine Chancen zu nutzen, um seine Träume verwirklichen zu können. Wenn es ihm möglich sein sollte, so

möchte John Rechtsanwalt werden.
Trotz seiner bisherigen, bescheidenen Möglichkeiten, eine Schule zu besuchen, hat er hervorragende Noten und ist sehr, sehr fleissig. Er lernt 
und arbeitet an sich und wir sind sehr stolz auf ihn.

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T2022 PROJEKTVORSTELLUNG

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